Wermut

Wenn man einen anderen Menschen einen “Wermutbruder” nennt, ist das nicht unbedingt wohlmeinend sondern eher abwertend. Dabei ist das eigentlich falsch: Denn Wermut ist nicht nur ein billiger Wein, er ist auch eine sehr wertvolle Heilpflanze und Naturarznei. In der Antike bekämpfte man damit Rauschzustände, im Mittelalter räucherte man mit ihm die Pest aus. Und Pfarrer Kneipp sagte über ihn: “Wermut zählt mit zu den bekanntesten Magenmitteln. Er leitet die Magenwinde aus, verbessert und unterstützt die Magensäfte und hilft so, guten Appetit und gute Verdauung bereiten, mag er als Tee oder als Pulver genommen werden.” Er gedeiht in ganz Europa an warmen Hauswänden und sonnigen Plätzen.

Die Wirkung des Wermut

  • Bei Gallen- und Magenbeschwerden
  • Bei chronischen Darmproblemen
  • Bei Verdauungsschwäche
  • Bei Appetitlosigkeit
  • Er kann Fieber senken
  • Wermut regt die Leber an
  • Bei Menstruationsbeschwerden

Die heilenden Inhaltsstoffe des Wermuts

  • Ätherische Öle in Blüten und Blättern
  • Bitterstoffe für Leber und Galle
  • Gerbstoffe für die Verdauung
  • Pflanzensäuren und Harze

Zwei Rezepte mit Wermut

Tee mit Wermut

Zutaten:
Ein gehäufter Teelöffel Wermutkraut und ein halber Liter Wasser.

Zubereitung:
Das Wermutkraut micht kochendem Wasser übergießen und eine Viertelstunde ziehen lassen. Zwei bis drei Tassen am Tag trinken. Nicht bei Gastritis oder Sodbrennen anwenden

Magenbitter mit Wermut

Zutaten:
Ein Liter Weingeist oder sehr hochprozentiger Alkohol. 4 g Wermut, 4 g Tausendgüldenkraut, 4 g Benediktenkraut, eine Zimtstange, 4 g Veilchenwurzeln, 40 g ungespritzte Orangenschale, 2 g Muskatnuss, 250 g Zucker.

Zubereitung:
Die Gewürze und den Alkohol in ein fest verschliessbares Gefäss schütten. Zwei bis dri Wochen stehen lassen, dann filtrieren. Den Zucker in Wasser auflösen, die beiden Flüssigkeiten gut miteinander vermischen. In Flaschen umfüllen und im Dunkeln aufbewahren. Schmeckt sehr bitter, ist aber gut für Magen und Verdauung.

Wermutrezepte nie länger als zwei Wochen anwenden, da die Gefahr von Nebenwirkungen (Zentralnervensystem) besteht. Schwangere sollten ihn total meiden.