Holunder

Wir machen aus ihm Marmelade, Sirup, Saft, eine Suppe, Tee, Schnaps, essen seine Blüten in Bierteig gebacken – der Holunder ist ein Gewächs für die Gesundheit und fürs Wohlbefinden. Er ist Heilkraut und Nahrungsmittel in einem. Die bis zu sechs Meter hohen Büsche sind anspruchslos, wachsen bei uns fast überall. Er war immer schon ein Allerweltsheilmittel, spielt in Märchen und Brauchtum eine große Rolle. Pfarrer Kneipp lobte ihn sehr: “Auch die Holunderblüte reinigt, daran zweifelt niemand, und es wäre gut, wenn in jeder Hausapotheke eine Schachtel gedörrter Blumen aufbewahrt würde. Der Winter ist lang, und es kann Fälle geben, in denen ein derart schweisstreibendes Mittelchen überaus treffliche Dienste leistet.” Das kann ich nur unterschreiben.

Wirkstoffe des Holunder helfen gegen Heliobacter pylori

In Omas Küche und in Omas Hausapotheke hat der Holunder schon immer ein grosse Rolle gespielt. In der Homöopathie werden vor allem die Blätter und die frischen Blütenstände zur Behandlung von Erkrankungen der Atemwege genutzt. Bei den Erkältungstees speilt der Holunder eine grosse Rolle: Als Einzelprodukt oder in Mischungen. Drogenextrakte sind ferner in verschiedenen pflanzlichen Arzneimitteln, in Form von Tropfen oder Dragees enthalten. Die mittlere Tagesdosis beträgt, soweit nicht anders verordnet, 10-15 g Holunderblüten. Holunderblüten steigern wahrscheinlich die Erregbarkeit der Schweißdrüsen für Wärmereize, weshalb es zu einer vermehrten Schweißabsonderung kommt. Auch gegen das Bakterium Heliobacter pylori (Magengeschwür) sind die Wirkstoffe des Holunders hilfreich.

Darüber hinaus heilt und wirkt Holunder noch bei folgenden Gesundheitsproblemen:

  • Er kann bei Rheumatismus helfen
  • Holunder wirkt bei viralen Infekten (Grippe) vorbeugend
  • Fieber kann durch Holunder gesenkt werden
  • Seine schweißtreibende Wirkung hilft bei Erkältungen
  • Das Immunsystem wird gestärkt
  • Verdauungsprobleme werden behoben
  • Leber und Galle werden angeregt

Die heilenden Inhaltsstoffe des Holunders

  • Ätherische Öle mit antibakterieller Wirkung
  • Wichtige Pflanzenfarbstoffe zur Abwehr Freier Radikaler
  • Glykoside und pflanzliche Säuren
  • Gerbstoffe und Cholin

Zwei Rezepte mit Holunder

Holundertee

Zutaten:
Zwei Teelöffel getrocknete Holunderblüten und in Viertelliter kaltes Wasser.

Zubereitung:
Die Holunderblüten mit dem kalten Wasser aufkochen und sofort nachdem das Wasser kocht abseihen. Oder dieselbe Menge Blüten mit kochendem Wasser übergiessen und zehn Minuten ziehen lassen.

Zum Schwitzen den Tee sehr heiss schluckweise trinken. Zur Vorbeugung täglich drei Tassen lauwarm trinken.

Holunderblüten-Likör

Zutaten:
200 g frische Holunderblüten, vier unbehandelte Zitronen, 200 g Kandiszucker, ein Liter Wodka oder Korn.

Zubereitung:
Zwei Zitronen in Scheiben schneiden und abwechselnd mit den Holunderblüten und dem Kandiszucker in das Ansetzgefäss schichten. Die restlichen Zitronen auspressen und den Saft mit dem Alkohol über den Ansatz giessen. An einem warmen Ort sieben Wochen ziehen lassen. Dann durch einen Filter in dunkle Flaschen giessen. Gläschenweise einnehmen.