Brennnessel

Die beißt und zwickt an den nackten Waden – als Kinder haben wir sie gehasst: Die Brennnessel. Heute rückt sie als Naturheilmittel immer mehr in den Mittelpunkt des Gesundheitsdenkens. Das hatte schon Pfarrer Kneipp erkannt: “Wer an Rheumatismus leidet und kein Mittel findet den selben auszutreiben, bestreiche oder schlage die schmerzenden Stelle ein paar Minuten mit frischen Brennnesseln.” So radikal wollen wir es nicht empfehlen. Die Brennnessel wird in der Naturheilkunde und in der Kosmetik (Haarwuchs, Schuppenbekämpfung) eingesetzt. Aber auch in der Küche hat sie – vor allem im Frühjahr – durchaus ihre Fans. Verwendet wird das Kraut (April/Mai) und die Wurzel (September/Oktober). Lassen Sie die Finger von an Wegrändern oder bei Industrieanlagen und -brachen Brennnesseln – die sind meist stark belastet.

Brennnessel hilft bei Rheuma und Bluthochdruck

Manchmal spielt die Natur mit uns Spielchen: Die Brennnessel ist unscheinbar, und wenn man in einen Brennnesselstrauch gerät, dann wird sie zum Hassobjekt. Aber ihre inneren Werte sind für unsere Gesundheit fast unschätzbar: Vor allem bei Rheuma und Bluthochdruck wirken ihre Inhaltsstoffe, vor allem die Mineralien, die Lignane und ihr Nessselgift. Und das Schönste: Man muss sie nicht anbauen, sie wächst wirklich überall, kann im Garten sogar zur Plage werden. Nicht ärgern, nutzen Sie die Wirkstoffe der Brennnessel als eine Gottesgabe für Ihre Gesundheit.

Darüber hinaus heilt und wirkt die Brennnessel noch bei folgenden Gesundheitsproblemen:

  • Durchfall
  • Frühjahrsmüdigkeit
  • Menstruationsbeschwerden
  • Diabetes
  • Gicht
  • Appetitlosigkeit
  • Nierenproblemen
  • Magenschwäche
  • Verstopfung
  • Harnwegerkrankungen
  • Leber- und Gallenbeschwerden

Die heilenden Wirkstoffe der Brennnessel:

  • Vitamine
  • Mineralien
  • Nesselgift
  • Histamin
  • Sekretin
  • Chlorophyll
  • Carotinoide
  • Lignane
  • Calcium

Zwei Rezepte mit Brennnessel

Brennnessel-Tee

Zutaten:
Zwei TL Brennnesselwurzel oder blätter, frisch oder getrocknet, ein Viertelliter Wasser.

Zubereitung:
Das Wasser zum Sieden bringen, über die Brennesselblätter oder wurzeln giessen, zehn Minuten ziehen lassen, dann abseihen. Täglich zwei Tassen trinken.
Als Entschlackung im Frühling empfiehlt sich eine achtwöchige Kur.

Brennnessel-Öl

Zutaten:
Zwei Handvoll getrocknetes Brennnesselkraut, ein halber Liter Olivenöl.

Zubereitung:
Olivenöl und Brennnesselkraut in einem Glas gut verschliessen. An einem hellen Ort vier Wochen lang fest verschlossen stehen lassen und täglich schütteln. Dann abseihen und kühl lagern. Hildegard von Bingen empfahl dieses Öl gegen Vergesslichkeit und Nervosität. Es eignet sich gut für Salate oder Marinaden.